Endokrinologie

Adipositas

Adipositas

Starkes Übergewicht oder Adipositas ist heute ein weit verbreitetes Problem, von dem etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung betroffen ist. Der Begriff Adipositas, übersetzt „Fettleibigkeit“ oder „Übergewicht“, beschreibt diesen Zustand. Menschen mit Adipositas sind oft unzufrieden mit ihrem Körper, fühlen sich unwohl und schämen sich aufgrund ihrer Größe. Die Hauptursachen für starkes Übergewicht sind oft Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung, zwei Faktoren, die in vielen modernen Industrienationen weit verbreitet sind. Die Folgen von Adipositas können schwerwiegend sein und zu Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen, Schlaganfällen, Typ-2-Diabetes und Arthrose führen. Um diesen Problemen entgegenzuwirken, sind Maßnahmen erforderlich, die einem ungesunden Lebensstil entgegenwirken. Dazu gehören vermehrte körperliche Aktivität, reduzierter Fett- und Alkoholkonsum, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf.

Solange das Gewicht nicht wesentlich vom Normalbereich abweicht, besteht möglicherweise keine zwingende medizinische Notwendigkeit für eine Gewichtsreduktion. Wenn jedoch gesundheitliche Probleme auftreten, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um die zugrunde liegenden Ursachen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Diagnose

Adipositas feststellen

Um Fettleibigkeit zu diagnostizieren, messen Ärzte den Taillenumfang etwa auf halber Höhe zwischen dem unteren Brustkorb und der Oberkante des Hüftknochens. Bei Männern gilt ein Taillenumfang von mehr als 94 cm als hochgradig fettleibig. Bei Frauen wird ab einem Taillenumfang von 80 cm ein erhöhtes Risiko für damit verbundene Gesundheitsprobleme festgestellt. Zusätzlich wird das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang berücksichtigt.

Ursachen

Endokrinologische Ursachen von Adipositas

Neben einer über einen längeren Zeitraum unausgewogenen Energiebilanz kann Adipositas auch eine Folge einer Stoffwechselstörung (Störung des Zucker- oder Fettstoffwechsels) sein. Der Fettstoffwechsel beschreibt die Produktion, den Transport und den Stoffwechsel von Blutfetten. Man unterscheidet zwischen Cholesterin, Triglyceriden und freien Fettsäuren. Fettsäuren sind einerseits die kompakteste Form für den Transport und die Speicherung von Energie und andererseits wichtige Bausteine für Hormone und Zellstrukturen. Fettstoffwechselstörungen sind Erkrankungen, bei denen bestimmte Fette im Stoffwechsel vermehrt gebildet und in den Blutkreislauf transportiert werden. Dies kann zu Gefäß- und Organschäden führen. Die Störungen werden in Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie und Mischformen unterteilt. Auch hormonelle Faktoren können zu Adipositas führen, beispielsweise aufgrund einer Unterfunktion der Schilddrüse oder einer Überfunktion der Nebennierenrinde. Darüber hinaus können Tumore, Traumata, Operationen oder Strahlentherapien des Hypothalamus Adipositas verursachen.

Außerdem können eine Reihe nicht-endokrinologischer Faktoren eine Rolle bei Übergewicht und Adipositas spielen. Dazu zählen:

  • Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • psychische Belastungen

Therapie

Medizinisch begleitetes Abnehmen

Um erhebliches Übergewicht zu reduzieren, sind in den meisten Fällen medizinische Unterstützung und die Beratung durch einen Ernährungsberater empfehlenswert. Die Therapie besteht in der Regel aus einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und einer Steigerung der körperlichen Aktivität. Darüber hinaus, besonders wenn eine Hormonstörung diagnostiziert wird, kann die Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten erfolgen. Diese Medikamenten regulieren den Appetit, reduzieren das Hungergefühl oder beeinflussen den Stoffwechsel positiv. Der entscheidende Unterschied zu frei erhältlichen Präparaten oder Diätkuren: Sie werden von unseren erfahrenen Ärztinnen und Ärzten begleitet, die Ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigen und die Therapie regelmäßig überwachen.

So wird sichergestellt, dass die Medikamente bei Übergewicht wirksam und zugleich sicher eingesetzt werden. Zudem wird die Behandlung immer in einem größeren medizinischen Kontext betrachtet – etwa bei Adipositas oder Diabetes Typ 2 als Begleiterkrankung.

Medikamentöses Abnehmen

Für wen ist medikamentöses Abnehmen geeignet?

Eine medikamentöse Adipositas-Therapie kommt insbesondere dann infrage, wenn ein bestimmter Body-Mass-Index (BMI) erreicht wird oder zusätzliche gesundheitliche Belastungen vorliegen.

Geeignet ist die Behandlung für:

  • Personen mit einem BMI von 30 oder höher (Adipositas)
  • Personen mit einem BMI ab 27, wenn bereits Begleiterkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte bestehen
  • Patientinnen und Patienten, die unter Heißhungerattacken, emotionalem Essen oder wiederholten Rückfällen nach Diäten leiden

In diesen Fällen kann ein verschreibungspflichtiges Medikament eine wirksame Unterstützung sein, um das Gewicht dauerhaft zu reduzieren und die Gesundheit zu stabilisieren.

Therapieoptionen

Medikamentöse Therapien bei Adipositas

Unser Team setzt verschiedene moderne Medikamente bei Übergewicht ein, die sich in Wirkung und Anwendungsform unterscheiden. Welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt von Ihrem gesundheitlichen Profil und Ihren individuellen Bedürfnissen ab.

Wegovy® enthält den Wirkstoff Semaglutid, der das Sättigungsgefühl verstärkt und den Appetit reduziert. Es ist derzeit das einzige Präparat, das in Deutschland ausdrücklich zur Gewichtsreduktion bei Adipositas zugelassen ist. Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit Wegovy innerhalb von 68 Wochen durchschnittlich bis zu 15 % ihres Ausgangsgewichts verlieren können – ein deutlich besseres Ergebnis als bei vielen herkömmlichen Diäten.

Ozempic® basiert ebenfalls auf Semaglutid und ist eigentlich ein Medikament gegen Diabetes Typ 2. Viele Ärzt:innen nutzen es jedoch auch im sogenannten „off-label“-Bereich als Spritze zum Abnehmen. Auch hier sind deutliche Erfolge möglich, allerdings hängt die Verschreibung stark von Ihrer individuellen Situation ab.

Ein neueres Präparat ist Mounjaro®, das neben GLP-1 auch auf den Botenstoff GIP wirkt. Die Kombination führt zu einer noch stärkeren Regulierung des Hungergefühls und einer Verbesserung des Zuckerstoffwechsels. Erste Studien zeigen, dass damit teilweise noch größere Erfolge bei Adipositas erzielt werden können als mit Semaglutid allein.

Neben den Spritzen zum Abnehmen gibt es auch Medikamente in Tablettenform. Mysimba® wirkt direkt auf das Belohnungssystem im Gehirn und kann so Heißhungerattacken reduzieren. Rybelsus® enthält ebenfalls Semaglutid, ist aber als Tablette verfügbar. Beide Präparate bieten eine Option für Patientinnen und Patienten, die keine Abnehmspritze verschrieben bekommen möchten.

Ablauf

Ablauf

1. Schritt: Diagnostik & Beratung

Zunächst prüfen unsere Ärzte, ob eine medikamentöse Adipositas-Therapie für Sie in Frage kommt.

2. Schritt: Auswahl der Medikamente

Je nach Situation entscheiden wir gemeinsam, ob beispielsweise Wegovy, Ozempic oder ein anderes Präparat sinnvoll ist. Dabei beziehen wir auch mögliche Nebenwirkungen, Kosten und Ihre persönlichen Ziele mit ein.

3. Schritt: Therapie-Begleitung

Während der Behandlung bleiben wir eng an Ihrer Seite. Regelmäßige Kontrolltermine helfen, den Verlauf zu überwachen und die Therapie bei Bedarf anzupassen.

4. Schritt: Interdisziplinäre Unterstützung

Auch wenn der Fokus in unserer Praxis auf der medikamentösen Therapie liegt, empfehlen wir ergänzend gesunde Ernährung, Bewegung und psychische Stabilität. Auf Wunsch verweisen wir Sie an erfahrene Fachkräfte aus diesen Bereichen.

Die Vorteile

Vorteile
des medikamentösen Abnehmens

Eine medikamentöse Therapie bei Adipositas bietet gegenüber Diäten oder frei verkäuflichen Präparaten entscheidende Vorteile:

  • Keine Operation notwendig: Im Gegensatz zu chirurgischen Eingriffen wie Schlauchmagen oder anderen bariatrischen Operationen ist kein operativer Eingriff erforderlich.
  • Wirksamkeit belegt: Präparate wie Wegovy oder Mounjaro zeigen in Studien einen deutlichen und nachhaltigen Gewichtsverlust.
  • Verbesserung von Begleiterkrankungen: Oft verbessern sich Blutdruck, Blutzuckerwerte und Cholesterin parallel zum Gewichtsverlust.
  • Individuell angepasst: Unsere Ärzte wählen gemeinsam mit Ihnen das passende Medikament – zugeschnitten auf Ihre persönlichen Voraussetzungen
  • Motivation durch sichtbare Erfolge: Erste Resultate sind oft schon nach wenigen Wochen erkennbar, was zusätzlich motiviert.
  • Begleitung durch Fachärzt:innen: Sie werden während der Behandlung engmaschig begleitet – für maximale Sicherheit und bestmögliche Erfolge.

Der Erfolg

Erfolge und Ergebnisse – was Sie erwarten können

Mit Medikamenten zum Abnehmen sind in Studien und in der Praxis bei vielen Patientinnen und Patienten deutliche Erfolge sichtbar. So zeigen Daten zu Semaglutid (Novo Nordisk, Wirkstoff in Wegovy und Rybelsus), dass ein Gewichtsverlust von 10–15 % des Ausgangsgewichts innerhalb eines Jahres möglich ist. Bei Mounjaro liegen die Werte teilweise sogar noch höher.

Gleichzeitig gilt: Für den langfristigen Erfolg ist ein Lebensstilwandel entscheidend. Medikamente können die entscheidende Unterstützung sein, doch erst in Kombination mit bewusster Ernährung, mehr Bewegung und psychischer Stabilität lässt sich das Gewicht dauerhaft halten. Für eine langfristige, gesunde Beziehung zu Essen aufzubauen, bieten wir in unserer Praxis auch medizinische Ernährungstherapie an. Unser Team begleitet Sie dabei medizinisch und verweist Sie bei Bedarf auch an geeignete Ärzte oder Psychotherapeuten.

Wie bei jedem verschreibungspflichtigen Medikament können auch bei einer Abnehmspritze gegen Adipositas oder bei Tabletten Nebenwirkungen auftreten. Häufig berichten Patientinnen und Patienten über:

Wie bei jedem verschreibungspflichtigen Medikament können auch bei einer Abnehmspritze gegen Adipositas oder bei Tabletten Nebenwirkungen auftreten. Häufig berichten Patientinnen und Patienten über:

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen und mögliche Risiken

Wie bei jedem verschreibungspflichtigen Medikament können auch bei einer Abnehmspritze gegen Adipositas oder bei Tabletten Nebenwirkungen auftreten. Häufig berichten Patientinnen und Patienten über:

  • leichte Übelkeit oder Völlegefühl
  • Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung
  • selten Kopfschmerzen oder Müdigkeit

Diese Beschwerden treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf und lassen meist nach einigen Wochen nach. Dank der engen ärztlichen Begleitung können Dosierung und Präparat individuell angepasst werden, sodass die Therapie sicher fortgesetzt werden kann.

Nebenwirkungen

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